Social Media – über Quantität und Qualität

Ich finde es sehr interessant, was gerade so in der Künstlerwelt passiert. Viele meiner Künstlerfreunde denken gerade um, wollen weg von dem Druck des Algorithmus in den sozialen Medien. Wer in den sozialen Medien Beachtung haben möchte, muss Content schaffen, dauerhaft, sonst bleibt man einfach auf der Strecke. Das ist das System – die dauerhafte Kommunikation. Das ist unglaublich anstrengend, wenn man nicht gerade einen Content Manager oder eine Crew von Social Media Managern eingestellt hat. Denn als Künstler sollte man eigentlich die kostbare Zeit in den eigenen Content stecken – die eigene Kunst.

Ich mag die sozialen Medien – ich nutze sie für meine Videos, zum Netzwerken und zur Erweiterung meines Bekanntheitsgrads. Allerdings poste ich nicht täglich – im Gegenteil. Dafür habe ich einfach keine Zeit. Manchmal möchte ich das auch einfach nicht – und sehr oft habe ich nichts Interessantes zu sagen. Natürlich könnte ich täglich mein Essen und Katzenbilder posten, aber das ist ja nicht wirklich der Sinn hinter dem Ganzen.


Energie sparen ist die Devise

Neben meinem Hauptberuf der mich sehr fordert und mich viel unterwegs sein lässt, ist meine Tätigkeit als Künstlerin ebenfalls ein Faktor, der viel Zeit einnimmt. Und da ist noch der Rest wie Familie, Haus, Garten und Hund. Langweilig wird es mir am Ende nicht und ich habe selten eine Abend wo ich mal nichts vor habe. Da passt dauerhafter Social Media Content einfach nicht mehr rein.

In der Online Community BuJoU mit Ryder Carroll gab es ganz viele interessante Diskussion zum Thema Minimalismus in unterschiedlichen Bereich des Lebens. Das ist ein Thema, was ich schon sehr lange verfolge und ich mich auch sehr dafür interessiere. Es ist ein Thema, was so unglaublich vielfältig ist und auch sehr unterschiedlich gelebt werden kann. In Ryder´s Community gibt es immer wieder Experimente, die von den Community Teilnehmern durchgeführt werden. Meistens geht dies über einen längeren Zeitraum hinweg und jeder berichtet in regelmäßigen Meetings darüber.

Interessanterweise ist gerade beim Minimalismus Experiment das Thema Social Media am häufigsten erwähnt. Jeder mag die sozialen Medien, aber interessanterweise fühlen sich viele Leute in unterschiedlichen Arten gestresst davon. Viele berichten, dass sie sich einfach darin verlieren, indem sie Content rauf und runter scrollen – sie konsumieren einfach nach dem Algorithmus.

Ich denke, das kennt jeder von uns – wieviel Zeit auf einmal verstreicht. Dieses Medium ist einfach nicht darauf ausgelegt sich kurz und punktuell darin aufzuhalten. Es gibt aber auch Menschen, die sich psychisch davon gestresst fühlen, wenn sie mit bestimmten Content getriggert werden z.B. Thema body shaming, Suchtverhalten, Gewalt oder Posts aus der always-happy-perfect-life-Fraktion. Was das mit unseren Gefühlen macht, das ist eine ganz andere Sache. Mir geht es häufig so, dass ich mich furchtbar unproduktiv fühle, wenn ich den Dauer- Content von vielen Künstlern sehe. Ständig neue Kunstwerke posten geht einfach nicht  – da müsste ich aufhören zu schlafen.

Gute Geschäfte oder Datenmüll?

Ich denke, jeder muss für sich Prioritäten setzen. Wenn sich die Kunst gut über Social Media verkaufen lässt, dann ist es auf alle Fälle das richtige Medium, ein messbarer Erfolg. Das trifft nicht auf jeden Künstler zu. Es gibt auch andere Wege Kunst zu bewerben, sich zu präsentieren und zu verkaufen.


Die Website – ein geschützter Bereich

Deswegen mag ich das Konzept einer klassischen Website so gern. Eine Website kann Vieles abdecken. Ich habe ein Blogkonzept, welches mich ganz flexibel meine Inhalte gestalten lässt. Ich kann alles genau kategorisieren und für meine Leser übersichtlich gestalten. Alle User können sich genau das Thema raussuchen, was sie interessiert und den Inhalt der Website selbst sortieren – somit ist eine effiziente Lösung für alle Bedürfnisse gefunden.

Weg von den sozialen Medien? Nein – weg vom Stress

Ich bleibe weiterhin bei den sozialen Medien – aber Stress reduziert, denn mein Fokus ist meine kreative Arbeit und die Website als mein Hauptmedium. Ich bleibe bei dem, was für mich effektiv und effizient ist. So kann ich meine Zeit besser nutzen und habe nicht das Gefühl in einem Hamsterrad zu sitzen und bin nicht von einem Algorithmus abhängig.

Wenn ich etwas teilen möchte, dann kann ich effektive Tools nutzen, die mit meiner Website verbunden sind, wo ich meine Posts vorbereiten und vorarbeiten kann. Das gibt mir auch mehr Zeit mich um die Kommentare meiner Leser zu kümmern, meine Entdeckungen zu beschreiben, meine Neugier mit Interessenten zu teilen indem ich darüber Artikel schreibe. Ich liebe es zu schreiben, es macht mir Freude – und so entstehen wieder neue kreative Gedanken und Ideen.

Andere Wege ergeben andere Möglichkeiten

Auch kann eine Website ein Konzept für ein eigenes Buch sein. Der wunderbare James Gurney wurde in einem Interview gefragt, wie er seine Bücher Color & Light und Imaginative Realism geschrieben hat. Er meinte, es wäre einfach gewesen, denn die Inhalte hatte er bereits in seinem Blog definiert, in dem er übrigens täglich schreibt. Wer James kennt, weiß auch wie unglaublich kreativ er ist und er produziert neben der Malerei noch kleine Filmexperimente. Er trug also die Basisinhalte seiner Blogeinträge zusammen, erweiterte die Themen und arbeitete sie gründlich aus. So entstanden zwei fantastische Bücher. Klingt spannend, nicht wahr?


Frage an meine Leser:

  • Wie nutzt Du die sozialen Medien?
  • Nutzt Du sie überhaupt oder hast es sogar aufgegeben?
  • Was findest Du gut an den sozialen Medien? Was findest du schlecht?

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