Challenges,  Drawing,  Painting,  Sketchbook

inktober 2019 – stressfrei gemeistert

der Schatz – Treasure

Ich bin kein besonderer Freund von Challenges, denn normalerweise stressen die mich total. Warum eigentlich? Na, weil mein Perfektionismus-Troll sich ständig aus seinem Käfig befreit und mich irre macht. Dann verfiesel ich mich in Details, die gar nicht nötig sind und demotiviere mich schon beim ersten Pinselstrich.

Verzaubert – Enchanted

Aber den inktober mag ich total. Für jeden, der den inktober nicht kennt: Inktober ist eine einmonatige Kunst-Challenge des Künstlers Jake Parker, die sich auf die Verbesserung der Fähigkeiten und die Entwicklung Zeichengewohnheiten konzentriert. Für jeden Tag im Oktober gibt es einen Begriff. Jeder, der an der Inktober-Challenge teilnimmt, erstellt dazu eine Tuschezeichnung und veröffentlicht sie online mit entsprechendem Hashtag. Es darf jeder mitmachen, keiner muss sich irgendwo anmelden, es ist ein freies Projekt *Klick hier*

Ob es nun der inktober ist oder eine andere challenge die auf Zeit läuft, Energie und Zeit sollte nicht gestohlen werden. Das ist die Kunst an der Sache – und den Perfektionismus kontrollieren.

Der Köder – Bait

Warum sich (manche) Challenges lohnen:

Achtung! Jetzt kommt´s… hier geht es um so Dinge wie Selbstentwicklung und um Selbstorganisation.

Ziel solcher Challenges ist, Dich als Künstler weiterzubringen – nicht Dein Publikum zu begeistern. Das ist ein netter Nebeneffekt, aber ist am Ende absolut nicht wichtig. Denn hierbei steht die Selbstentwicklung an der Tagesordnung.

der Drache – Dragon

Der Weg ist das Ziel und damit sind wir bei der Selbstorganisation: es muss machbar sein, d.h. Du musst die Challenge in den Alltag integrieren können und brauchst einen straffen Workflow, um zügig die Sache anzugehen.

Wichtig für Dich zu wissen: nicht alle Künstler ziehen tatsächlich 31 Tage/31 Bilder durch. Manche picken sich nur manche Tage/ Begriffe heraus und investieren dann sehr viel Zeit damit ein paar wenige, aber sehr gute Bilder zu malen. Verfehlt natürlich die Challenge des inktobers, indem man jeden Tag ein Bild malt, aber die Bilder sind dafür ein echter Augenschmaus.

Aber hier kommt eine wichtige Lektion:

Häßliche Bilder sind erlaubt – und wichtig

Ich glaube, die größte Herausforderung am inktober ist, dass nicht jeden Tag ein Kunstwerk vom Himmel fällt. Nicht jeden Tag hat man einen brillianten Geistesblitz, der mit Witz und Charme und purer Intelligenz gepaart ist. Und nicht jeden Tag malen wir gleich. Das ist genau der Punkt dieser Challenge.

der Mantel – Coat

Vielleicht picken sich manche Leute in der Challenge nur die Rosinen heraus, weil die Angst sich zu blamieren schrecklich ist. Der innere Kritiker, Teufelchen und Engelchen, der Perfektions-Troll – alle diese gemeinen Faktoren stürmen auf uns ein und wir wollen nicht als schlechter Künstler dastehen, der immer hässliche Bilder malt. Überkritisch sehen wir uns selbst und sehen dabei gar nicht das Positive an Fehlern:

Gerade die vermurksten Werke machen einen guten Künstler aus. Wenn wir ein paar Tage später das Skizzenbuch durchblättern, “sehen” wir “bewusst” unsere Fehler… und schämen uns als Erstes (Mist, wie konnte ich das einfach posten, das ist ja sowas von Kacke…). Müssen wir nicht, denn wir haben den Fehler in unserem Bild erkannt. Das ist sehr viel wert. Denn dieser Fehler wird sich nicht wiederholen – und falls doch, fällt es uns gleich auf.

Das Ornament

Wenn diese Situation passiert, kannst Du Dir persönlich auf die Schulter klopfen: Du bist als Künstler wieder einen Schritt weitergekommen. Gut gemacht, junger Jedi!

Challenges stressfrei meistern – meine Tipps

  1. Tipp: Zeitlimit
    Ich habe mir pro Bild 10 – 20 min Zeitlimit eingeräumt, damit ich mich nicht verkaspere.
  2. Tipp: keine Vorzeichnungen
    ich habe mir die Zeit gespart in einem separaten Skizzenbuch irgendwelche Entwürfe zu machen. Ich habe direkt auf das Papier gezeichnet und dann geinkt. Bei manchen Seiten habe ich mir sogar das Vorzeichnen gespart und gleich losgelegt.
  3. Tipp: Male, das erste was Dir einfällt
    Wenn es wie beim inktober um Begriffe malen geht, dann vergeude keine Zeit mit ewigem Grübeln. Male genau das, was Dir als Erstes in den Sinn kommt, halte es fest, bringe es zu Papier – halte das Zeitlimit ein.
  4. Tipp: Überarbeite die Dinge nur minimal
    Du musst nicht alles so lassen, wie es ist. Du kannst die Dinge auch überarbeiten – aber nur ein bisschen und mit minimalen Zeitaufwand.

Viel Spaß bei Deinen persönlichen Challenges!

Materialhinweis:
Skizzenbuch: Hahnemühle Grey Book A5 (macht sich sehr schön für den inktober)
geinkt mit Artist Inkmarker Faber Castell
coloriert mit Tombow Dual Brush Pen

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