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Sketchen im Zoo: wir gehen es langsam an

Sommerferien! Ich hab einen freien Tag und mein Sohn und ich haben große Pläne. Wir wollen im städtischen kleinen Tierpark einen gemütlichen Zeichenvormittag verbringen. Zum ersten Mal Zoo Sketching… also zeichnen im Zoo.

Also, alles eingepackt – und los gehts.

Die Untiere befinden sich nicht im Käfig, sondern davor

Obwohl wir bereits schon früh vormittags da waren, waren schon etliche Besucher dort. Viele kleine Kinder mit Eltern und / oder Großeltern.

Das ist eine besondere Herausforderungen für jemanden, der ein Tier beobachten und zeichnen möchte. Die Tiere sind sehr unruhig, wenn ständig kleine Hände gegen Gitter und Glasscheibe patschen, der Lärmpegel im Aquarien- und Reptilienbereich ist extrem hoch durch das Kindergeschrei.

Wir können nicht einfach vor ein Aquarium stehen und in Ruhe zeichnen. Wir weichen bewusst Familiengruppen aus, treten beiseite und warten geduldig, bis die Horde vorbeigezogen ist. Denn erwachsene Menschen sind neugierig und müssen dazu noch alles und jeden gleich anfassen, dazu halten sie einfach nie die Klappe und müssen alles Gesehene gleich verbal dokumentieren.

Diejenigen, die Manieren haben, sind angenehme, ruhige Leute, die wissen, wie man sich in einem Tierpark benimmt und das ihren Kindern auch beigebracht haben. Die gibt es auch, aber an diesem Tag sind sie eindeutig in der Unterzahl und flüchten schnell als es zu laut wird.

Das Gute ist, dass unsere Negativbeispiele grundsätzlich sehr schnell das Interesse an der Tierwelt verlieren, kurz noch ein paar Selfies mit den lieben Kleinen machen, bis ein Zwerg brüllt: ” Ich will ein Eis!” Und schon ist die Herde endlich in den Außenbereich gepflügt – und wir auf einmal einsam und verlassen im Reptilienbereich. Perfekt – so muss es sein.

Endlich allein… und alles bewegt sich

Zuerst haben wir uns überlegt, welches Tier wir zeichnen. Und als die Fische uns zu flink waren, haben wir uns wieder zu den Reptilien begeben und irgendwie waren die sonst so trägen Schlangen sehr aktiv. Kein Wunder bei dem Chaos vorhin.

Also keine Schlangen, die haben die Nase voll von Menschen. Mein Sohn ist etwas enttäuscht, aber da sehen wir unser Model. Eine afrikanische Schlammschildkröte. Da sitzt sie eisern und dem Kinder-Sturm trotzend immer noch auf ihrer Baumrinde – während der Rest sich verzogen hat.

Und wir freuen uns über so ein perfektes Model. Wir fangen an zu zeichnen, stehen ruhig davor, mein Sohn etwas näher an der Scheibe, parallel zur Schildkröte. Auf einmal dreht sie ihr Köpfchen und schaut, was mein Sohn da treibt. Interessiert blickt sie auf seinen Stift und das helle Papier, und setzt sich wieder in Pose. Das war wirklich ein tolles Erlebnis.

Im Zoo vergessen die Menschen, dass die Tiere sie ebenfalls sehen. Deswegen sind ruhige Bewegungen, leises Reden und ein respektvoller Abstand sehr wichtig, damit man solche Erlebnise hat.

Ein sehr geduldiges und interessiertes Model

Wir werden sie wieder besuchen, das ist klar und vielleicht sitzt sie uns ja wieder Model. Es war auf jeden Fall ein toller Tag und wir haben wieder viel gelernt. Über Tiere und Untiere.

Tipps für das Zoo Sketching

  1. Nimm Dir für den Anfang nicht zuviel vor. Suche Dir ein Tier, welches es Dir einfach macht, es zu zeichnen.
  2. Beobachte zuerst das Tier, dann zeichne es. Das ist wichtig, um das observative Auge zu schulen.
  3. Fotografiere Dein Tier von mehren Seiten, wenn möglich, und zeichne es im Detail zu Hause nach. Ziehe hierbei Deine Skizze zu rate und schaue, welche Details Dir vor Ort aufgefallen sind.

Hast Du einen Zoo oder einen Tierpark in der Nähe? Schau doch mal dort vorbei und vergiß Dein Skizzenbuch nicht.

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